Zu Beginn der LDT begrüßt Vorsitzende Veronika Bujny herzlich die fast 50 Teilnehmerinnen. Sie betont, dass eigene Anliegen vorgetragen werden sollen. Außerdem zeigt sich der Vorstand offen dafür und ist gerne hilfsbereit, falls sich jemand vorstellen kann, in Zukunft selbst einmal ein Amt im Vorstand zu übernehmen.
Nach einigen erforderlichen Formalien und der Vorstellung des Amts der Kassenprüfung, welches heute zur Wahl steht, beginnt der Vorstand mit Berichten aus seiner Tätigkeit.

Geburtshilfestärkungsgesetz

Veronika Bujny stellt in einem Kurzvortrag den Entschließungsantrag des Bundesrates „Geburtshilfe vor Ort stärken“ vor. Diesem wurde am 29.11.19 zugestimmt. Veronika Bujny zeigt dazu die aufgezeichnete Rede aus der 982. Sitzung des Bundesrates von Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Rheinland-Pfalz).

Ein wichtiger Knackpunkt in der gesamten Debatte um die Verbesserung der Geburtshilfesituation ist die schlechte Finanzierung der Geburtshilfe, da die Vorhaltekosten hoch sind und über die derzeitige Krankenhausfinanzierung (DRGs) nicht refinanziert werden. Hebammenstellen müssen sichergestellt werden. Ein Entschließungsantrag des Bundesrates fordert nun ein Bundesgesetz zur Verbesserung der Situation, um wie im Pflegepersonalstärkungsgesetz auch für die Hebammen mehr Personalsicherheit zu bringen. Die derzeitigen Bedingungen in den Krankenhäusern sind die Ursache dafür, dass kein neues Personal nachkommt. Das Schlimmste daran ist die in einigen Regionen jetzt schon schwierige Erreichbarkeit der Kreißsäle für die Schwangeren und die Unsicherheiten von zeitweisen Schließungen der Kreißsäle.

Bericht von der Bundesdelegiertentagung

Hilke Schauland berichtet von der Bundesdelegiertentagung und stellt wichtige Diskussionspunkte vor. Eine aktuelle Debatte auf Ebene des Bundesverbands ist die Organisation der Werdenden Hebammen. Den Schülerinnen bzw. Studierenden soll zukünftig eine größere Plattform geboten werden. Die bisherige Organisation im Bundesverband Werdender Hebammen (WeHe) arbeitet ohne direkten Übergang in den Hebammenverband. Dementsprechend endet die Mitgliedschaft für alle nach den 3 Jahren Ausbildungszeit. Es wurde eine AG gegründet, um eine neue Organisationsform zu finden.

Außerdem stellt Hilke Schauland die App „Ammely“ von der Firma Keleya in Zusammenarbeit mit dem DHV vor. Es gibt zwar schon zahlreiche Apps, es ist aber eben auch wichtig, dass der DHV seine Expertise in einige einbringt, so Veronika Bujny dazu.

Berichte aus dem Vorstand

Fortbildungen und Regionalkonferenzen

Fortbildungsbeauftragte Elmire Frick berichtet aus ihrem Bereich. Sie sucht für einige Fortbildungstermine noch Seminarbegleiterinnen. Interessierte können sich bei ihr melden. Diese Tätigkeit bringt die Vorteile, dass das Seminar kostenlos besucht werden kann, es ein Anteil der Fahrtkosten erstattet wird und zudem 50,-€ pro Tag (also 100,-€ bei zweitägigen Veranstaltungen) als Aufwandentschädigung ausgezahlt werden.
Die Fortbildungstermine waren durch das frühzeitige Veröffentlichen sowie die Onlineanmeldung ab 1.1. teilweise schnell ausgebucht. Ein paar Termine jedoch werden wenig in Anspruch genommen, wie etwa das Wiedereinstiegsseminar und die Fortbildung zum Thema Arbeitsrecht.
Die Regionalkonferenzen sind ein neuartiges Konzept und sollen bitte von allen Kreissprecherinnen gut beworben werden. Es gibt Flyer sowie eine E-Maileinladung. Die Regionalkonferenzen streben an, die Kreisarbeit in den Regionen zu aktivieren. Sie sind eine Mischung aus Fortbildung und Berufspolitik, eine Möglichkeit für Kolleginnen, wohnortnah ihre Stimme einzubringen und Fragen zu stellen.

Weitere Berichte aus dem Vorstand

Die beiden Vorsitzenden nennen ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte. Unter anderem haben in letzter Zeit die Praxisanleiterinnenausbildung, die Enquetekommission, die Runden Tische zur Hebammenversorgung bzw. zur Förderung der natürlichen Geburt, der Zukunftsdialog, die Aufbauhilfe von Hebammenzentralen (im Falle von Kooperationsverträgen mit dem HVN) die beiden beschäftigt. Ausführlicher berichtet wird von dem Aufbau der Studiengänge, in welchem der HVN natürlich beteiligt sein möchte, um als politische Unterstützung für die Studiengänge zu fungieren. Drei der vier Studiengänge in Niedersachsen können dieses Jahr starten, Hannover muss nachziehen angeblich wegen Baumaßnahmen. Studiengangsleitungen der vier Hochschulstandorte treffen sich in Niedersachsen regelmäßig im Wissenschaftsministerium für einen geregelten Ablauf und gleiche Bedingungen. Beide Vorsitzende nahmen an der DGHWi-Tagung teil, auch um als Ansprechpartnerinnen für die Dozent*innen zur Verfügung zu stehen.

Arbeit mit Migrant*innen

Die Infostandbeauftragte Ilse Ochner präsentiert Werbematerial von der BZgA für die Onlineplattform zanzu.de. Die ist vor allem für Migrant*innen gedacht, welche sich mit dem Gesundheitssystem und Vorsorge in Deutschland noch nicht gut auskennen. Es stehen verschiedene Sprachen zur Verfügung und es gibt die Möglichkeit, zwei Sprachen einzustellen, sodass die Plattform auch gemeinsam zur Verständigung in Beratungssituationen genutzt werden kann.

Außerklinische Geburtshilfe

Dorothea Kluge berichtet aus der Qualitätssicherung außerklinische Geburtshilfe (Quag), dass die außerklinischen Geburten über die letzten Jahre zugenommen haben. Dies meint Geburtshausgeburten wie auch Hausgeburten. Am 10.3. findet in Fulda die Mitgliederversammlung statt.

Schwangerenvorsorge

Das derzeit große Thema der Schwangerenversorge beschäftigt besonders Hilke Schauland und die Hebammen in Ihrem Kreis (Oldenburg). Die Schwangeren wollen mit Vertrauen zu beiden beteiligten Professionen (Hebammen und Gynäkolog*innen) gehen können. Es wurde in Oldenburg eine AG gegründet, um einen Infozettel für Schwangere zu erarbeiten. Diesen gibt es mit weiteren aufklärenden Informationen auf der Homepage unter Familienthemen > Schwangerschaft und als druckbares PDF unter Downloads.

Jubilarinnen

Drei von den 19 Berufsjubilarinnen kamen zur LDT, um über ihre Laufbahn zu sprechen und natürlich einen Blumenstrauß und viel Applaus zu empfangen. 35 Jahre im Beruf dürfen gefeiert werden!

Berichte aus der Kreisarbeit

Nach der Mittagspause finden sich die Teilnehmerinnen in der Runde zusammen. Jede Kreissprecherin kommt zu Wort und berichtet über die aktuelle Situation in ihrem Kreis. Als Fazit kann gezogen werden, dass viele Kreise bereits eine Hebammenzentrale eingerichtet haben oder dies anstreben. Einige wenige haben kein Interesse. Voraussetzung ist laut Veronika Bujny immer, dass die Kolleginnen Interesse daran haben und dahinterstehen. Verschiedene Formen in Kooperationen mit Trägervereinen sind gegeben. In einigen Zentralen sind die Hebammen festangestellt, andere bleiben freiberuflich. Ferner ist aus vielen Kreisen zu hören, dass die allgemeine Versorgung der Schwangeren gerade zum Jahresende und im Sommer schwierig ist, aufgrund der Urlaubskernzeiten.

Die LDT wird mit der Ankündigung der nächsten Veranstaltungen beendet. Die nächste Landesdelegiertentagung findet am 30.9.-1.10. in Nienburg statt.