Hebammen aus Niedersachsen
Hebammenverband Niedersachsen e.V.

Der HVN hat verschiedene Politiker:innen der demokratischen Parteien zu einer politischen Debatte am Welthebammentag 05.05.2026 eingeladen. Das Thema war:

„Prävention stärken – Hebammen als Schlüsselressource in der Primärversorgung“.

Hier Zusammenfassung der Diskussion lesen.

Am 5. Mai veranstaltete der HVN online eine politische Debatte zum Thema „Prävention stärken – Hebammen als Schlüsselressource in der Primärversorgung“. Diskutantinnen waren Kimberley Schumacher (MotherHood), Ulrike Geppert-Orthofer (ehem. Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes), Eva Viehoff (gesundheitspolitische Sprecherin MdL Bündnis 90 / Grünen), Heike Sander (Landesgeschäftsführerin Barmer) und Ulrike Hauffe (ehem. Landesbeauftragte für Frauen Bremen, ehem. Mitglied G BA).

Gesehen wurde, dass Hebammen über ein großes, bislang nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial in Prävention, kontinuierlicher Versorgung, Patient:innensteuerung und Notfallversorgung verfügen. Eine stärkere Einbindung in Primärversorgung, regionale Versorgungsnetzwerke und Notfallstrukturen wird fachlich als sinnvoll, notwendig und grundsätzlich umsetzbar bewertet. Erweiterte Kompetenzen, mehr Eigenständigkeit in der klinischen Tätigkeit sowie der flächendeckende Ausbau von Hebammenkreißsälen gelten als wichtige Schritte zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen Versorgung.

Die Umsetzung erfordert jedoch klare gesetzliche Rahmenbedingungen, ausreichende Finanzierung, politische Unterstützung und eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit. Herausforderungen bestehen insbesondere durch bestehende Sektorengrenzen, berufsständische Interessen und die notwendige Neuverteilung von Zuständigkeiten im Gesundheitssystem. Gleichzeitig zeigen erfolgreiche Kooperationsmodelle, dass gemeinsame Versorgungskonzepte von Hebammen, Ärzt:innen und weiteren Gesundheitsberufen funktionieren können.

Während auf Landesebene bereits wichtige Fortschritte erzielt wurden, besteht weiterer Handlungsbedarf vor allem auf Bundesebene. Langfristig sind strukturelle Reformen notwendig, um Hebammen dauerhaft in der Primärversorgung, Versorgungssicherung und gesundheitspolitischen Steuerung zu verankern. Entscheidend für den Erfolg sind politischer Wille, strategisches Vorgehen sowie die Zusammenarbeit von Hebammen, Gynäkologie, Fachgesellschaften, Politik und Eltern- bzw. Patient:innenvertretungen.


Hintergrund:

Die Stärkung der Prävention ist eine der zentralen gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Vor dem Hintergrund zunehmender chronischer Erkrankungen, wachsender Versorgungsbedarfe und struktureller Engpässe im Gesundheitswesen braucht es nachhaltige, interprofessionelle Lösungsansätze.

Hebammen sind eine wachsende und hochqualifizierte Berufsgruppe mit großem Potenzial zur Bewältigung struktureller Probleme im Gesundheitssystem. Sie begleiten Familien kontinuierlich, niedrigschwellig und ressourcenorientiert – von der Schwangerschaft über die Geburt bis in die frühe Kindheit. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention.

Dies waren unsere Fragen im Sinne einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung:

• Welche Rolle können Hebammen in der Primärversorgung künftig einnehmen?

• Wie kann ihre Expertise als Fachpersonen für das Gesundbleiben systematisch gestärkt und eingebunden werden?

• Welche strukturellen und politischen Rahmenbedingungen sind notwendig, um dieses Potenzial wirksam zu nutzen?

Wir freuen uns auf eure Teilnahme und ein gutes Gespräch!

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