Unsere diesjährige Herbst-Landesdelegiertentagung (LDT) fand wie schon letztes Jahr im Hotel Weserschlösschen in Nienburg statt. Unter Einhaltung der 3G-Regel kamen fast 40 Teilnehmende zusammen. Ursprünglich war die Tagung in Hannover geplant worden, doch die anhaltende Pandemiesituation ließ uns auf den bewährten Tagungsort zurückgreifen. Alle waren wegen der guten Erreichbarkeit auch aus Südniedersachsen damit zufrieden. In den Pausen konnte sich begegnet und ausgetauscht werden.

Zur zweitätigen Tagung waren alle unsere Kreisdelegierten aus Niedersachsen geladen, sowie eine Delegation der JuWeHen und Mitglieder als Gäste. Am 29.9. wurde von 10-18 Uhr getagt. Nach der Begrüßung und den Formalia gab es die Rechenschaftsberichte vom Vorstand und die Vorstellung des Haushalts 2022. Weitere zentrale Themen am ersten Tag waren die Vorstellung der neuen Satzung und der Anträge, welche am nächsten Tag abgestimmt werden.

Diskussionen zu Meldebogen und Kreißsaalschließungen

Fruchtbare Diskussionen entstanden entlang der Themen Gesetzesänderung des Hebammengesetzes in Niedersachsen und der Schließungen weiterer Geburtshilfeabteilungen in Emden und Friesoythe. Während die Gesetzesänderung für die Hebammen eine erneuerte Meldepflicht beim Gesundheitsamt verbunden mit einem umfangreichen Meldebogen und einem neu eingeführten Bußgeld mit sich bringt, lösen die Kreißsaalschließungen Empörung und Verzweiflung aus, da dies für die werdenden Eltern schreckliche Zustände mit sich bringt und allzu oft der Hebammenmangel vorgeschoben wird, um die Schließung zu begründen.

Gegen Ende des ersten Tages beschäftigten die Teilnehmenden sich noch mit unterschiedlichen Ansätzen zur Gleichstellung der altrechtlich ausgebildeten Hebammen. Am Abend unternahmen sie eine Rätselrallye durch die Nienburger Innenstand.

Tag zwei begann mit einem Bericht der Fortbildungsbeauftragten. In diesem Jahr wurden die Zuständigkeiten im Bereich Fortbildung, Landesfortbildung und Qualitätsmanagement neu verteilt, da die ehemals Fortbildungsbeauftragte Elmire Frick ihre Tätigkeiten niederlegte. Der Vorstand ist nun stärker in diesen Bereich eingebunden.

Bericht des NLGA wird analysiert

Nach der Abstimmung der Satzung, der Anträge und der Bundesdelegierten wurde der Bericht zur Hebammenversorgung vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt NLGA diskutiert. Dieser ist nach einer ersten Analyse durch den Vorstand nicht aussagekräftig. Beispielsweise bleibt gänzlich offen, wie viele Betreuungen eine Hebamme übernimmt bzw. mit wie vielen Stunden sie arbeitet. Emden soll laut Bericht die am besten versorgte Stadt sein, es wird aber der Kreißsaal wegen Hebammenmangel geschlossen. Der Bericht soll von Mitgliedern und Vorstand genauer analysiert und das NLGA im Anschluss kontaktiert werden.

Am Nachmittag trug Cordula Petersmeier zur Hebammenausbildung im Wandel vor. Sie kontaktierte die einzelnen Hochschulen und erfragte die aktuellen Zahlen der Studierenden und Praxiseinrichtungen, wobei sich herausstellte, dass es noch zu wenige Praxisplätze gibt, um alle 140 Studienplätze in Niedersachsen zu vergeben.