In der so wichtigen Zeit des Wochenbetts, in der viele körperlichen und seelischen Veränderungen stattfinden, wird die Schwangere durch die Hebamme begleitet. Im Mittelpunkt steht neben der medizinischen Versorgung von Mutter und Kind der Aufbau der Eltern-Kind-Beziehung (Bonding).

Die Hebamme unterstützt und fördert das Stillen und hilft bei Schwierigkeiten. Sie bleibt während der gesamten Stillzeit Ansprechpartnerin bei Fragen zum Stillen. Sie bespricht Fragen zur Ernährung, zu gesundheitsförderlichen und auch -schädigenden Einflüssen bei Kind und Mutter und/oder hilft bei auftretenden Stillproblemen. Bei der Mutter kontrolliert sie die Rückbildung und ggf. den Heilungsprozess. Sie bietet fachlichen Rat in allen Fragen rund um das Muttersein. Beim Kind beobachtet die Hebamme das Verhalten und die Entwicklung. Sie unterstützt die Nabelheilung. Fragen zum Neugeborenenscreening, zu Vorsorgeuntersuchungen und vorbeugenden Maßnahmen können geklärt werden.

Was die Krankenkasse übernimmt: In den ersten 10 Tagen sind die Wochenbettbesuche täglich. Bis zu 16 Mal kann die Hebamme mit telefonischem Rat und weiteren Besuchen in den ersten 12 Wochen in Anspruch genommen werden. Danach sind noch weitere Besuche zur Still- und Ernährungsberatung bis zum Ende Ihrer Stillzeit möglich und bei besonderen Indikationen kann eine Familienhebamme die Betreuung noch über einen langen Zeitraum fortsetzen.

Wochenbett
Tränen im Wochenbett

Trotz allen Glücks und Vorfreude erleben Mütter auch schon einmal sehr widersprüchliche Gefühle in den ersten Wochen. Nicht nur Freude, sondern auch Erschöpfung, Verzweiflung, Wut und Tränen können die junge Mutter verunsichern. Diese Gefühle entstehen durch hohe Anforderungen an die Umstellung auf das Zusammenleben mit dem Kind, durch den Einfluss der Hormone, durch chronischen Schlafmangel und andere Belastungen.

Vielfach handelt es sich hierbei um den so genannten „Babyblues“, der nach wenigen Tagen vorbei ist. Dauert dieser Zustand jedoch länger und hält an, kommen Resignation, Scham und Schuldgefühle hinzu, benötigen Mütter dringend professionelle Hilfe und Unterstützung. Dies kann sich in den ersten Tagen nach der Geburt entwickeln, manchmal aber auch erst Wochen oder Monate später. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Hebamme, damit alle Familienmitglieder unbeschadet diese schwierige Situation gemeinsam überstehen.

Wenn Babys untröstlich weinen

Eltern sind betroffen und hilflos, wenn sie ihr Kind nicht trösten können. Es gibt eine Fülle von Ursachen und Gründen, die hierzu führen können. Kinder die untröstlich weinen gab es auch schon früher. Heute weiß man aber, dass es möglich ist, sich Rat und Hilfe zu holen.

Die Hebamme ist oft die erste Ansprechpartnerin und wird gemeinsam mit den Eltern nach möglichen Störungen und Ursachen suchen. Manchmal erkennt sie das Problem und kann helfen oder sie vermittelt weiter zu Fachleuten, wenn weitere Behandlungen oder Therapien erforderlich sind.

Hilfreiche Links:

» www.eeh-deutschland.de
Hilfesuchende finden hier Informationen zur Krisenintervention und Hilfestellungen sowie eine umfangreiche Berater*innenliste.

» www.zepp-bremen.de
Zentrum für primäre Prävention und Körperspychotherapie (Schreiambulanz)

» www.trostreich.de
Interaktives Netzwerk Schreibabys

Rückbildung

Rückbildungsvorgänge im Körper können durch gezielte Gymnastik positiv unterstützt werden. Frühestens 6 Wochen nach der Geburt sollten Sie damit beginnen. Schwerpunkte der Übungen sind Stärkung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur. Nach einem Kaiserschnitt sollten Sie nicht darauf verzichten, denn Ihr Körper hat die gleichen Belastungen durch die Schwangerschaft erfahren.