Anfang des Jahres wurden wichtige Meilensteine erreicht! Zuerst wurde ein weiterer Kreißsaal in Niedersachsen, der HKS in Gehrden zertifiziert. Wir gratulieren herzlichst! Dann fand unsere Landestagung digital statt und fast hundert Hebammen hörten sich die Vorträge an. Zudem wurden wir von der Grünen Landtagsfraktion eingeladen: sie haben einen Landesaktionsplan "Gute Geburt" auf den Weg gebracht! Außerdem haben wir gemeinsam mit den Hochschulen in Niedersachsen einen Wochenbettleitfaden für die Kliniken erstellt.
Am 19.01.2026 kam der Vorstand bei Hilke Schauland zuhause zusammen, um in gemütlicher Atmosphäre im Sinne einer Klausurtagung zu schauen, was die Aufgaben und Ziele für das neue Jahr sind.
Am 22. Januar 2026 wurde der Hebammenkreißsaal im Klinikum Robert Koch Gehrden erfolgreich zertifiziert und ist damit der zweite HKS mit dem HKS+ Zertifikat in Niedersachsen. Für das erfahrene Team, das seit vielen Jahren Frauen und Familien im Hebammenkreißsaal begleitet, stellt die Zertifizierung einen konsequenten nächsten Schritt dar. Sie unterstreicht die hohe fachliche Qualität, die gelebte interprofessionelle Zusammenarbeit sowie das gemeinsame Verständnis einer evidenzbasierten, interventionsarmen Geburtshilfe.
Ermöglicht wurde der Zertifizierungsprozess unter anderem durch eine Förderung des Landes Niedersachsen über das Aktionsbüro „Gesundheit rund um die Geburt“. Diese Unterstützung schuf den Rahmen für gemeinsame Fort- und Weiterbildungen von Hebammen und ärztlichem Team und stärkte nachhaltig die Zusammenarbeit. Der Weg zur Zertifizierung war anspruchsvoll, wurde jedoch von großer Offenheit, Wertschätzung und breiter Unterstützung innerhalb und außerhalb des Teams begleitet. Die aktive Beteiligung vieler Kolleg:innen spiegelte das gemeinsame Engagement für eine qualitätsgesicherte, frauenzentrierte Geburtshilfe wider.
Text: Julia Hinrichs, Hebamme im KRH Gehrden und Projektleitung HKS+
Fotos: Lena Hempel, KRH Gehrden und privat
Gehrden 1: Team des KRS KRH Gehrden
Gehrden 2: von links Susanne Huhndorf (1.LV HVN), Julia Hinrichs (Hebamme, Projektleitung KRH Gehrden), Anja Nasarek (Leitende Hebamme, KRH Gehrden), Andrea Köbke (DHV, Beirätin für den Angestellten Bereich), Vera Triphaus (Risikoberaterin GRB, Ecclesia Gruppe)
Am 24.02.2026 fand unsere Landestagung statt. Leider mussten wir aufgrund der zu geringen Buchungszahlen auf die Durchführung im großzügigen Veranstaltungsort in Präsenz in Stade verzichten. Daher fand die 15. Niedersächsische Landestagung digital statt. 96 Teilnehmende kamen zusammen und hörten sich die Vorträge von Katja van Groesen, Caro Jeltsch, Elien Rouw und Karen Lang an. Alle referierten zum Oberthema „Primärversorgung – Frauengesundheit gestalten“ und so haben wir einen Blick in die Zukunft geworfen, wo Hebammen ihre Kompetenzen erweitern und für die Versorgung in der gesamten reproduktiven Phase nutzen können. Im Anschluss gab es viel Lob zu den Inhalten und der Durchführung. Danke dafür und dass ihr dabei wart!
Die Grünen-Fraktion im Landtag lud am 2.3. zu einer Diskussionsveranstaltung zum Entschließungsantrag „Gute Geburt in Niedersachsen“ ein. Neben dem Hebammenverband Niedersachsen waren das Aktionsbüro Gute Geburt in Niedersachsen sowie die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft vertreten. Eine Beleghebamme eröffnete den Abend mit einem Bericht über die sehr herausfordernde Arbeitssituation unter dem neuen Hebammenhilfevertrag. Die Diskussionsrunde ergänzte Katharina Desery, Sprecherin von Mother Hood e.V. Alle Beteiligten konnten die Förderung interventionsarmer, selbstbestimmter Geburten als gemeinsames Ziel noch einmal klar betonen.
Foto: Hilke Schauland, vlnr: Dr.in Tanja Meyer (Frauenpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen und Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages), Sabine Scholz-de Wall (Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt Niedersachsen), Susanne Huhndorf (2. Vorsitzende HVN), Eva Viehhoff (Sprecherin für Gesundheit und Pflege Bündnis 90/ Die Grünen), Helge Engelke (Verbandsdirektor Niedersächsische Krankenhausgesellschaft), Anja Samborski (Beleghebamme, Braunschweig)
Vorsitzende Hilke Schauland war eingeladen zum Kolloquium in der Hochschule Osnabrück. Dort verteidigte Charlotte Hüttenrauch ihre Bachelorarbeit, in welcher sie die Netzwerkarbeit des Projekts Bauchgefühl 2.0 des HVN analysierte. Hilke Schauland war als Zweitprüferin beteiligt. Wir danken Charlotte Hüttenrauch sehr für ihre gelungene Arbeit und gratulieren herzlich!
Foto: Hilke Schauland (mit Prof.in Dr.in Claudia Hellmers (links) und Charlotte Hüttenrauch)
Der Landtag hat mit dem Entschließungsantrag „Gute Geburt in Niedersachsen“ den Weg für einen Landesaktionsplan geöffnet, der die geburtshilfliche Versorgung flächendeckend sichern und den Hebammenberuf stärken soll. Im Mittelpunkt stehen eine wohnortnahe Versorgung – gerade auch im ländlichen Raum –, interventionsarme und selbstbestimmte Geburten sowie verlässliche Rahmenbedingungen für alle an der Geburtshilfe Beteiligten.
Als Hebammenverband Niedersachsen freuen wir uns über dieses Abstimmungsergebnis und fühlen uns in unserem Einsatz für eine gute Geburtshilfe bestätigt. Wir blicken zuversichtlich auf die nun folgenden Schritte und setzen auf eine enge, konstruktive Zusammenarbeit mit Landtag und Landesregierung, damit werdende Mütter, Familien und Hebammen konkret von diesem Beschluss profitieren.
Foto: Dr.in Tanja Meyer
v.l.n.r.: Finnja Lindemann und Sabine Scholz – de Wall (Aktionsbüro Gesundheit rund um die Geburt Niedersachsen), Dr.in Barbara Hartung (Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V.), Eva Viehoff (Sprecherin für Gesundheit und Pflege Bündnis 90/ Die Grünen), Karin Emken (Frauenpolitische Sprecherin SPD), Susanne Huhndorf (2. Vorsitzende HVN), Dr.in Tanja Meyer (Frauenpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen und Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages),Kimberly Schumacher (Sprecherin Mother Hood e.V. Niedersachsen)
Beim Netzwerktreffen Gute Geburt in der Region Hannover fiel auf, dass die Wochenbettbetreuung auf der Station im Allgemeinen immer noch fraktioniert erfolgt: die Kinderkrankenschwester übernimmt die obere Körperhälfte und die Krankenschwester ist für die untere Körperhälfte zuständig. Im Rahmen des Studiums soll die Praxisanleitung aber ganzheitlich stattfinden. So wurde innerhalb des Netzwerkes vereinbart, einen bereits vor Jahren erstellten Wochenbettleitfaden als Grundlage zu nutzen und einen nach aktueller Evidenzlage neuen Wochenbettleitfaden daraus zu erarbeiten. Dieser hat das Ziel eine qualitativ hochwertige, sichere und ganzheitliche Betreuung aufzuzeigen, die die individuellen Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Familien in den Mittelpunkt stellt. Es wurde der Wunsch geäußert, alle fünf Hochschulen Niedersachsen zur Mitarbeit anzufragen. Das haben wir getan und alle haben sich beteiligt! Nun soll er mit den Praxisorten besprochen werden. Hier downloaden.